Lebensqualität & Infrastruktur

Das Zepter in die Hand nehmen und die Zukunft im Alter mitgestalten

„Der demographische Wandel ist ohne Zweifel eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Denn bei aller Freude darüber, dass die Menschen durchschnittlich immer älter werden, darf man eines nicht vergessen: Es folgen immer weniger junge Menschen nach. Die Bevölkerungsstruktur hat sich gewandelt; die Alters-Pyramide von einst hat sich längst umgekehrt.“ Dies schreibt das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter auf seiner Homepage. Vor diesem Hintergrund braucht es neue Konzepte, die dazu beitragen können, dass Menschen entsprechend ihren Wünschen möglichst lange im gewohnten Wohnort selbstbestimmt wohnen bleiben können. Was es dazu braucht, erarbeitet die neue Quartiersmanagerin des Kreises Euskirchens, Friederike Büttner, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Rahmen des Beteiligungsprozesses „Quartiersmanagement – Entwicklung altengerechter Quartiere“.

Schon in Bad Wildungen arbeitete Friederike Büttner beim Altstadtverein als Quartiersmanagerin in der Altstadt. Gleich bleibt für Sie, auch im neuen Arbeitsfeld im Kreis Euskirchen, die Arbeitsmethodik Bürgerbeteiligung und Partizipation. Neu hingegen ist für sie der Themenschwerpunkt altengerechte Quartiersentwicklung. Ins Zentrum rückt das Thema hier in NRW u. a. durch das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, welches Kommunen und Kreise im Rahmen eines gleichnamigen Förderprogramms unterstützt. Eine Förderzusage erhielt auch der Kreis Euskirchen für die Modelldörfer Scheven und Sistig, Ortsteile der Gemeinde Kall. Die Erfahrungen, die hier gesammelt werden, werden zusammengefasst und den anderen Kommunen des Kreises Euskirchen als Arbeitsgrundlage zugänglich gemacht.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die sich aus dem demographischen Wandel ergeben, werden in Kall Lösungsansätze für den Umgang mit den Folgen im ländlichen Raum gesucht. Im Fokus stehen dabei Maßnahmen, die basierend auf den Erfahrungen und Ideen der betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern, und auch der lokalen Akteure, erarbeitet werden. Denn als Experten vor Ort wissen diese Personen am besten, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit möglichst viele Menschen so lange wie möglich im Alter Normalität und Alltag zu Hause im angestammten Wohnort leben können und wollen.

Als „Scharnier“ zwischen allen Beteiligten wird Quartiermanagerin Friederike Büttner für die nötige Vernetzung sorgen und den Prozess begleiten. Die Berufsbezeichnung Quartiersmanagerin bezieht sich dabei sowohl auf den Bürgerbeteiligungsprozess als auch auf den kleinräumigen Ansatz – das Quartier. Der Begriff Quartier bezeichnet dabei ein Raumbezug, wie ein Dorf, in dem Menschen ihre sozialen Kontakte pflegen und ihr tägliches Leben gestalten.

Die thematischen Auseinandersetzungen erfolgen in Dorfwerkstätten. Thematisiert werden dort Fragen innerhalb der Handlungsfelder „sich versorgen“, „Wohnen“, „Gemeinschaft erleben“ und „sich einbringen“. Zwei Jahre lang soll der Prozess dauern. Büttner betont: „Es ist wichtig, dass die Sistiger und Schevener während der zwei Jahre die verschiedenen Möglichkeiten nutzen ihre Ideen, Anregungen und auch ihre Bedenken in den Prozess einzubringen. Denn nur wenn ihre Interessen bekannt sind, können in den Ortsteilen bedarfsgerechte Maßnahmen innerhalb der Handlungsfelder entwickelt werden.“ Als Quartiersmanagerin stellt Friederike Büttner den Bewohnern in Sistig und Scheven die Frage, wie sich das Leben im Alter für sie anfühlen soll. Angesprochen werden dabei Frauen und Männer ab 50/55 Jahren, da sie sich mit ihren Optionen im Alter auseinandersetzen, Investitionsentscheidungen treffen und sich aktiv mit der Frage beschäftigen, wie das Leben im Alter gestaltet werden soll. Ziel ist es, schon jetzt die Weichen für ein Leben im Alter im gewohnten Wohnumfeld zu stellen. Ortsvorsteher Karl Vermöhlen weiter: „Gerade wir Baby-Boomer sind auf unser eigenes bürgerschaftliches Engagement angewiesen. Wir müssen lösen – sonst werden wir zum unlösbaren Problem. Alt werden nämlich nicht nur die anderen. Aber wie wir alt werden, haben wir in der Hand. Wir können da ganz viel gestalten.“.

 

Friederike Büttner ist Ansprechpartnerin für alle, die sich für den Prozess Entwicklung altengerechter Quartiere im Kreis Euskirchen interessieren und Berührungspunkte mit diesem Thema haben. Kontaktdaten: Friederike Büttner, Kreis Euskirchen, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen, Tel.: 02251-151312, E-Mail: friederike.buettner@kreis-euskirchen.de

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